Der Yang Stil des Taijiquan (Tai Chi Chuan)

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taiji Der Yang Stil ist heute der bekannteste und am weitesten verbreitete Stil des Taijiquan. Er hat seinen Ursprung im Chen Stil und wurde von Meister Yang Luchan entwickelt. Yang Luchan hatte schon seit seiner Kindheit eine große Liebe für die Kampfkunst und erlernte zuerst das Shaolin Hongquan. Eines Tages wurde er Zeuge eines Kampfes, bei dem Meister Chen Dehu seinen Gegner mit einer unglaublichen Leichtigkeit besiegte. Tief beeindruckt von dem Stil und dem Können des Meisters ließ sich Yang Luchan im Haushalt der Chen - Familie als Bediensteter anstellen, in der Hoffnung diese Kampfkunst irgendwie erlernen zu können.  Es ergab sich, dass er die Meister der Chen - Familie heimlich bei ihrem Training und Unterricht beobachten konnte und er begann das Gesehene selbst zu üben. Eines Tages wurde er entdeckt, zur Rede gestellt und aufgefordert das bisher Geübte vorzuführen. Yang Luchan hatte nur vom Abschauen und ohne direkte Unterweisung und Korrektur schon recht viel erlernt, woraufhin Meister Chen Changxin ihn als Schüler akzeptierte.
Yang Luchan war fleißig und gewissenhaft, was seinen Lehrer sehr beeindruckte und ihn letztendlich veranlasste ihm den vollständigen Stil der Chen Familie zu lehren. Nach Jahren des intensiven Unterrichts schloss Yang Luchan seine Ausbildung ab und kehrte in seine Heimat zurück, um dort eine Kampfkunstschule zu eröffnen. Sein Stil war damals so weich, dass er Mianquan – Baumwollfaust oder auch Huaquan – neutralisierendes Boxen genannt wurde.
Jahre später wurde Yang Luchan, auf Grund seines außergewöhnlich hohen Niveaus in den Kampfkünsten, von dem späteren Begründer des Wu Stil des Taijiquan, Wu Yu Xiang, als Ausbilder an den kaiserlichen Hof empfohlen. Er nahm die Stellung an und ging nach Beijing (Peking). Am Hof wurde er von vielen Kämpfern herausgefordert und nie besiegt, was ihm letztendlich den Spitznamen „Yang der Unbesiegbare“ einbrachte. Zu dieser Zeit glich der Stil von Yang Luchan noch sehr dem ursprünglichen Stil der Chen - Familie. Bei einem seiner Kämpfe wurde er von dem Gelehrten Ang Tonghe beobachtet und dieser sagte im Nachhinein über die Kampfkunst von Meister Yang: „Hände die das Taiji halten, erschüttern die ganze Welt. Eine Truhe, die das absolute Können enthält, besiegt jeden Helden.“  Diesem Ausspruch verdankt die Kampfkunst, welche wir heute als Taijiquan kennen ihren Namen.
Meister Yang gab sein Wissen an seine Söhne Yang Jianhou und Yang Banhou weiter. Yang Luchan war sehr streng und sein Unterricht sehr hart. Sein Unterricht war so unvorstellbar schwer, dass sein Sohn Banhou dies nicht ertragen konnte und einen Selbstmordversuch unternahm. Auch sein Sohn  Jianhou gelangte einige Mal an die Grenze des Ertragbaren und lief mehrmals von zu Hause weg, um Mönch zu werden. Trotz all dieser Widrigkeiten setzten beide ihre Ausbildung fort. Banhou wurde ein überragender Kämpfer, dem nur sein eigener Vater das Wasser reichen konnte. Jianhou hatte es etwas schwerer, doch auch er erreichte mit viel Fleiß und Mühe ein beachtlich hohes Können und die Meisterschaft in dem Familienstil.
Auch Yang Banhou und Yang Jianhou gaben ihr Wissen in ihren Familien weiter. Yang Chengfu, einer der Söhne von Yang Jianhou, gilt heute als der Begründer des modernen Yang - Taijiquan. Auch er begann zu unterrichten und im Laufe der Zeit hatte Yang Chengfu so viele Schüler an die er seine Form und seine Ausführung weitergab, dass sich daraus die erste Standardisierung des Yang – Taijiquan entwickelte. Zu dieser Zeit war seine Form und Ausführung, bis auf einige kleine Änderungen mit der Form seines Vaters identisch. Erst als er in den 20iger Jahren des 20.Jahrunderts in Shanghai zu unterrichten begann, änderte er die Form und die Ausführung wesentlich. Er harmonisierte den Rhythmus und entnahm die für diese Kampfkunst bis dahin typischen Rhythmuswechsel und heftigen Kraftexplosionen in einzelnen Techniken, sowie auch die  gesprungenen Tritte. In seiner neuen Ausführung konzentrierte er sich viel mehr darauf, dass alle Bewegungen gleichmäßig und fließend gemacht werden  und dass das „Qi“ ganz bewusst im ganzen Körper und in die Gliedmaßen gelenkt wird. So entstand die uns heute allgemein bekannte Ausführung des Yang Taijiquan.  Im Laufe der Zeit entwickelten verschiedene Meister aus dieser Form neue oder eigene Varianten.
Der Yang – Stil des Taijiquan zeichnet sich durch seine harmonische und gleichmäßige Ausführung aus. Die Bewegungen sind weich und elegant, die Stellungen sind fest und doch komfortabel und die Schritttechnik anspruchsvoll.
In der WuYi – Akademie werden die 13er Form, die 49er Form, die 85er Form und die 103er Form, sowie Yang – Taiji- Schwert, Säbel und Tuishou (schiebende Hände) unterrichtet.