Akademie für traditionelle chinesische Kampfkünste

Was ist Wushu, Wuyi und Kungfu (Gongfu)?

Im Laufe der chinesischen Geschichte wurden verschiedene Begriffe für die Kampfkünste verwendet. Einige fungierten als Oberbegriffe, andere bezogen sich nur auf Teilgebiete. Wiederum Andere waren nur territorial beschränkt oder wurden nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen benutzt. Einige der bekanntesten Bezeichnungen sind: wushu, wuyi, guoshu, quanfa, jiji, shoubo, jiaoli. Die Meisten von ihnen sind veraltet oder wurden nur in bestimmten historischen Perioden benutzt, wie z.B. goushu, welches nur während der Zeit der Chinesischen Republik (1911 – 1949) benutzt wurde und so viel wie Nationale Kunst/Technik bedeutet. Die geläufigsten Begriffe für die chinesischen Kampfkünste sind wushu oder wuyi, sowie ein Begriff der im eigentlichen Sinne nichts mit der Kampfkunst zu tun hat, gemeint ist gongfu (kungfu).

Hier nun eine kurze Erläuterung. Die chinesische Sprache gehört zu den ältesten Sprachen der Welt. Sie besteht aus ca. 400 Grundsilben, welche auf verschiedene Art miteinander kombiniert werden. Gleichzeitig gibt es für diese Grundsilben noch vier Tonlagen in denen diese Einzelsilben gesprochen werden können. Dadurch ergibt sich eine Vielzahl von Kombinationen. Die Anzahl der gesamten Schriftzeichen wird auf ca. 50.000 geschätzt, wovon allerdings nur 5000 – 8000 im Allgemeinen gebräuchlich sind. Im Alltag kommt man jedoch schon mit ca. 3000 zurecht. Durch diese große Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten ergibt sich eine sehr komplexe Sprache, welche nicht einfach zu erlernen ist. Hinzu kommen noch verschiedene gesprochene Dialekte und die Tatsache dass viele Begriffe in der Umgangssprache und in bestimmten Fachbereichen nicht dieselbe Bedeutung haben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es des Öfteren zu Verwechselungen und Ungenauigkeiten kommt. Nun zu den Begriffen.

Die Geschichte der chinesischen Kampfkunst

Die Ursprünge der chinesischen Kampfkunst reichen weit in die prähistorische Geschichte Chinas zurück, in der sich die Vorfahren der Chinesen im täglichen Leben gegen wilde Tiere verteidigen mußten. Etwa zu dieser Zeit entwickelten sich die ersten Waffen. Es dauerte nicht sehr lange und diese Waffen wurden nicht nur zur Jagd benutzt, sondern auch gegen die Stammesfeinde. Schnell wuchs die Erkenntnis, daß gute Waffen allein einen Kampf nicht siegreich machten, auch eine sichere Handhabung und körperliche Fitneß waren von Nöten um erfolgreich zu sein. Also begann man Taktiken, Strategien und Techniken zu entwickeln und das Ganze mit dem körperlichen Training zu verbinden.